Yoga und Feminismus

Ist Yoga überhaupt eine politische Praxis? Ich finde ja.

Ich verstehe Feminismus als die Gleichberechtigung aller Menschen. Daraus folgt die kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlich geprägten Strukturen und Vorstellungen davon, wie wir sein sollen.
Für mich ist das zum Beispiel ein Hinterfragen der Erzählungen, dass es zwei Geschlechter gibt und diese mit bestimmen Eigenschaften einhergehen. Durch das Hinterfragen und Loslassen dieser Erzählungen eröffnet sich ein Raum, in dem jede Person die Freiheit hat, genau so zu sein, wie sie sein möchte.
Für mich ist es logisch, die yogische Tradition intersektional zu denken. Intersektionalität bedeutet, dass es Überschneidungen von Diskriminierungen einer Person oder Personengruppen gibt. Eine Person kann zum Beispiel nicht nur aufgrund ihres Genders diskriminiert werden, sondern zudem aufgrund geringer finanzieller Mittel, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Hautfarbe. Die strukturellen Diskriminierungen anzuerkennen und nicht durch ein Yoga-Gesäusel à la „we are all one“ zu silencen ist mir ein großes Anliegen.
Ich glaube zwar daran, dass wir im Kern alle eins sind (und doch einzigartig), aber es gibt in der Welt, in der wir leben, eben auch systematische Ungerechtigkeiten, die anerkannt werden müssen, weil sonst die betroffenen Personen Leid erfahren.
Ahimsa, also so wenig Leid wie möglich in der Welt anzurichten, ist eine der Grundsäulen des Yoga. Das Ziel des Yoga ist die Befreiung (samadhi). Damit ist die Befreiung von unseren klesha gemeint. Also alle Leiden, die unseren Geist trüben. Ich glaube daran, dass jede Person eine innere Essenz mit sich bringt, eine Einzigartigkeit, die für sich steht und in seltenen Momenten durchscheint. Diese Essenz kennt kein Geschlecht oder andere Kategorien. Sie ist wie sie ist. Man trifft sie auch in tiefer Stille. Im Laufe des Lebens wird diese Essenz durch avidya (Unwissenheit), asmita (Identifizierung mit dem Ego), raga (Wünschen und Begehren), dvesha (Abneigungen) und abhinivesha (Furcht) überlagert. Durch die Yogapraxis kommen wir dieser Essenz Stück für Stück und Schicht und Schicht näher und fühlen uns freier.
Sowohl die feministische Bewegung als auch Yoga haben Freiheit zum Ziel. Die feministische Bewegung auf einer gesellschaftlichen und Yoga auf einer geistigen Ebene. Ich finde die heilige Praxis aus Indien sollte so zugänglich wie möglich gestaltet werden. Es braucht keine fancy Yogastudios und Yogaleggings und den vielseits reproduzierten Yoga Look. Viel wichtiger ist der Prozess des inneren und äußeren Wandels, der durch die Yogapraxis auf subtile Weise in uns vollzogen wird. Ich glaube an einen gesellschaftlichen Wandel, der von Innen wie von Außen wirkt, freier und mitfühlender macht. 💜

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